Wix kostet 15 € im Monat — klingt günstig. Bis du 3 Jahre später merkst, was das wirklich bedeutet. Du hast keine Kontrolle über dein SEO. Du lädst langsam. Du bist gefangen in einem System, aus dem du nicht herauskommst, ohne von vorn anzufangen. Und das Design? Gehört dir nicht.
Dieser Artikel richtet sich an Handwerker, Dienstleister und kleine Betriebe, die sich damals für einen Baukasten entschieden haben — weil es schnell gehen musste und erschwinglich klang. Wir rechnen gemeinsam durch, was diese Entscheidung über 5 Jahre tatsächlich kostet. Nicht nur in Euro — auch in Aufträgen.
Kurze Antwort: Ein Baukastensystem ist in Monat 1 günstiger. Ab Jahr 2 verlierst du Boden gegenüber Konkurrenten mit professionellen Websites — in Ladezeit, Suchmaschinenrang und Glaubwürdigkeit. Das schlägt sich auf deine Auftragslage nieder.
Die Preisseite von Wix zeigt dir einen monatlichen Beitrag. Das ist der Preis, den du bereit bist zu zahlen. Aber was du siehst, ist nicht das, was du tatsächlich zahlst. Baukastensysteme verdienen ihr Geld auf mehreren Wegen gleichzeitig — und nicht alle sind auf den ersten Blick sichtbar.
Wix, Jimdo, Squarespace und ähnliche Plattformen bieten dir eine Infrastruktur, die jemand anderes kontrolliert. Du mietet einen Platz im System. Du gestaltest innerhalb dieser Grenzen. Du bezahlst für jeden Monat, in dem deine Website existiert. Und du hast — rechtlich, technisch und praktisch — weniger Eigentümerschaft, als du vermuten würdest.
Das klingt nach Kritik, ist aber zunächst neutral: Diese Plattformen haben ihre Berechtigung. Für den Hobbyisten, der eine Visitenkarte online stellen möchte, sind sie völlig ausreichend. Für einen Handwerksbetrieb, der darüber Aufträge gewinnen soll, sind sie mittelfristig die falsche Wahl.
Lass uns konkret werden. Hier sind die Kostenpositionen, die auf den Preisseiten der Anbieter nicht stehen:
Das kostenlose Template sieht nach sechs Monaten wie das von 40.000 anderen Websites aus. Die wirklich professionellen Layouts kosten einmalig 30–80 €. Wer alle zwei Jahre ein frisches Design möchte, zahlt wieder. Und alles, was du bisher angepasst hast, beginnt von vorn.
+ 30–80 € / Design-UpgradeBrauchst du ein Kontaktformular mit mehr als drei Feldern? Ein Buchungssystem? Eine Galerie mit eigenem Branding ohne Wix-Logo? Viele dieser Funktionen kosten extra — monatlich. Es ist kein Einzelkauf, sondern ein Abo auf ein Abo. Die App-Market-Gebühren bei Wix können schnell 20–40 € im Monat zusätzlich ausmachen.
+ 20–40 € / Monat für Add-onsDie Domain registrierst du im Baukasten. Das ist bequem. Aber wenn du die Plattform wechseln willst, ist der Domaintransfer oft umständlich, zeitaufwändig und manchmal mit kurzen Ausfällen verbunden. Bei einigen Anbietern behält das System die Domain — nicht du. Immer im Kleingedruckten prüfen.
+ Zeit & Risiko beim WechselSobald du Produkte verkaufst, Termine buchbar machen willst oder Rechnungen automatisiert versenden möchtest, steigst du in teurere Tarife auf. Der Einstiegstarif deckt selten ab, was ein echter Betrieb braucht. Die Preistreppe führt schnell von 15 € zu 30–50 € im Monat.
+ 15–35 € / Monat für echte FunktionenGoogle misst, wie schnell deine Website lädt — und belohnt schnelle Seiten mit besseren Rankings. Das ist keine Theorie, das steht in Googles offiziellen Guidelines: Core Web Vitals sind ein Rankingfaktor.
Baukastensysteme laden langsam. Das hat strukturelle Gründe: Die Plattformen müssen für Millionen unterschiedliche Websites und Nutzer gleichzeitig funktionieren. Der Code, den sie ausliefern, ist generisch, aufgebläht und nicht auf deine spezifische Seite optimiert. Eingebundene Widgets, Tracking-Skripte der Plattform und unoptimierte Bilder kommen standardmäßig dazu.
In Google PageSpeed Insights erzielen Wix-Seiten im Schnitt einen Mobile-Score zwischen 40 und 65 von 100. Professionell entwickelte Websites liegen regelmäßig über 85. Diese Differenz ist kein kosmetisches Problem — sie kostet dich Plätze in der Suchergebnisliste.
Wer auf Seite 2 bei Google landet, bekommt weniger als 3 % der Klicks. Für einen lokalen Handwerksbetrieb bedeutet das: Du bist praktisch unsichtbar.
Moderne Suchmaschinenoptimierung erfordert Zugriff auf bestimmte technische Parameter deiner Website. Einige davon sind in Baukastensystemen gesperrt oder nicht vollständig zugänglich:
Für einen Betrieb, der lokal gefunden werden will — etwa "Elektriker Köln" oder "Malerarbeiten Düsseldorf" — ist technisches SEO kein Luxus. Es ist das Fundament dafür, dass überhaupt jemand auf dich stößt.
Du kannst deine Inhalte exportieren — aber nicht dein Design. Wenn du Wix verlässt, fängst du gestalterisch bei null an. Jahre an Anpassungen, Layouts, Farbschemata, Animationen — alles bleibt auf der Plattform.
Das ist kein Zufall, sondern Geschäftsmodell. Baukastensysteme haben ein wirtschaftliches Interesse daran, dass du bleibst. Je mehr du investiert hast, desto teurer wird der Wechsel — nicht in Geld, sondern in Zeit und Frust.
Konkret bedeutet das: Wenn du nach 3 Jahren mit Wix unzufrieden bist — zu langsam, zu eingeschränkt, zu teuer — musst du eine komplett neue Website bauen. Nicht migrieren. Neu bauen. Und dann noch warten, bis Google die neue Seite eingelesen und bewertet hat. Das dauert Wochen bis Monate.
Eine professionell entwickelte Website gehört dir. Der Code liegt bei dir oder deinem Hoster. Das Design ist dein Eigentum. Du kannst den Hoster wechseln, jemand anderen mit Änderungen beauftragen, oder selbst Hand anlegen — ohne Plattformabhängigkeit.
Schema-Markup ist strukturierter Code, der Suchmaschinen und KI-Systemen erklärt, was deine Seite ist. Für einen Handwerksbetrieb relevant: LocalBusiness-Schema, Service-Schema, Review-Schema, FAQ-Schema. Diese Auszeichnungen sorgen dafür, dass Google dich als vertrauenswürdige lokale Quelle einstuft.
In den meisten Baukastensystemen kannst du grundlegendes Schema über Plug-ins hinzufügen — aber kontrollieren und anpassen kannst du es kaum. Spezifische Typen wie HousePainter, Electrician oder Plumber mit korrekten areaServed- und serviceType-Attributen sind schlicht nicht vorgesehen.
Das ist besonders relevant, wenn du in KI-Suchen wie Perplexity, ChatGPT oder Google AI Overviews gefunden werden willst: Diese Systeme bevorzugen strukturierte, maschinenlesbare Inhalte. Wer kein sauberes Schema-Markup hat, wird in der KI-Suche schlicht übersehen.
Genug Theorie. Hier sind die tatsächlichen Zahlen — hochkonservativ gerechnet, ohne Extremannahmen. Basis: ein kleiner Handwerksbetrieb, der eine professionelle Online-Präsenz mit Kontaktformular, Galerie und SEO-Grundlagen braucht.
| Kostenpunkt | Baukasten (Wix / Jimdo) |
Professionelle Website (Pixelklar) |
|---|---|---|
| Einrichtungskosten | Einmalig 0 – 80 € Premium-Template ggf. extra | Einmalig 1.200 – 2.400 € Fertig, individuell, dir gehörend |
| Monatliche Abo-Gebühr | Dauerhaft 25 – 55 €/Monat Basistarif + Add-ons + Domain | Optional 8 – 15 €/Monat Nur Hosting, kein Lock-in |
| 5-Jahres-Gesamtkosten | Teurer ca. 1.580 – 3.380 € Ohne Redesign-Kosten alle 2–3 Jahre | Günstiger ca. 1.680 – 3.300 € Einmal zahlen, dauerhaft nutzen |
| Performance / Ladezeit | Kritisch PageSpeed 40–65 Generischer Code, aufgebläht | Sehr gut PageSpeed 85–98 Optimiert, schlank, schnell |
| SEO-Kontrolle | Eingeschränkt Begrenzte Kontrolle Canonicals, robots.txt, Redirects eingeschränkt | Vollständig 100 % Zugriff Jede technische SEO-Einstellung frei wählbar |
| Anpassbarkeit | Eingeschränkt Nur innerhalb des Systems Plattform gibt Grenzen vor | Unbegrenzt Alles möglich Jede Funktion, jedes Design realisierbar |
| Eigentümer der Domain | Riskant Teilweise die Plattform Transfer möglich, aber umständlich | Du Immer du Domain gehört dir, unabhängig vom Hoster |
| Eigentümer des Designs | Nein Gehört der Plattform Beim Wechsel verlierst du alles | Ja Gehört dir Code, Design, Assets — alles dein Eigentum |
Fazit der Tabelle: Was beim Baukasten günstiger aussieht, kostet dich über 5 Jahre oft genauso viel — oder mehr. Und das ist noch ohne den entscheidenden Faktor: verpasste Aufträge durch schlechtere Google-Rankings, langsamere Ladezeiten und fehlende Glaubwürdigkeit.
Ein Baukastensystem ist keine schlechte Erfindung — es ist das falsche Werkzeug für den falschen Zweck. Wenn du eine persönliche Seite als digitale Visitenkarte ohne Ambitionen bei Google brauchst, ist Wix völlig ausreichend. Wenn du mit deiner Website aktiv Kunden gewinnen willst, ist sie das nicht.
Für Handwerksbetriebe, die in ihrer Region gefunden werden wollen, die Vertrauen aufbauen müssen und die über ihre Website konkret Aufträge gewinnen wollen, gilt:
Die Investition in eine professionelle Website amortisiert sich — nicht in Jahren, sondern in Aufträgen. Ein einziger gewonnener Auftrag durch bessere Google-Sichtbarkeit übersteigt die Differenz zwischen Baukasten-Abo und professioneller Einmalzahlung.
Wenn du gerade noch einen Baukasten nutzt: Das ist kein Grund zur Panik. Aber es ist ein guter Moment, ehrlich zu prüfen, was deine Website dir tatsächlich bringt. Wie viele Anrufe kommen darüber? Wie viele Kunden haben dich über Google gefunden? Wenn die Antwort unbefriedigend ist — jetzt ist ein guter Zeitpunkt, das zu ändern.
Kostenlose Erstberatung — wir schauen gemeinsam, was deine aktuelle Seite kostet und was eine professionelle Alternative bringen würde.
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